Schwermetalle bei Industrieanlagen belasten Böden und Umwelt

In NRW wird die Umgebung von Industrieanlagen verstärkt durch Schwermetalle belastet. Das Landesumweltamt registriert erstmals, einen Anstieg krebserregender und giftiger Metalle.

­Vor allem die Nickelwerte haben in den Bereichen nahe der Industrie- und Hafenanlagen zugenommen. Das Landesumweltamt NRW teilte am Dienstag, den 26.07.2011 mit, dass an 119 von 160 Messpunkten Überschreitungen der Grenzwerte vorliegen. Ablagerungen durch Arsen, Blei und Cadmium seien nur vereinzelt überschritten worden. Da sich der schwere Staub nur im nahen Umkreis absetzte, gehe von den Metallen kein Staub aus, teilte ein Sprecher mit.

Ergebnisse der Messungen:

Durch Stillegung einer Zinkhütte sind in Datteln die Ablagerungen deutlich zurückgegangen. Alle Grenzwerte werden nun eingehalten. Auch in Schwerte ist der Niederschlag durch Nickelverbindungen im Bereich von zwei Betrieben zurückgegangen.

An drei Messorten wurden jedoch noch leichte Überschreitungen festgestellt. Besonders hohe Messwerte stellte das Landesamt in Lünen (Kupferhütte und Recyclinbetriebe), Bochum und Witten (jeweils Edelstahlwerke), Krefeld (Hafen- und Edelstahlwerk), Siegen (Stahlwerke und metallverarbeitende Betriebe) und in Duisburg (Schrottverwertung und Stahlwerk) fest.

Grundsätzlich gilt, dass Schwermetalle im Boden fast unbeweglich sind und daher kaum abgebaut werden können. Allein durch Vorbeugemaßnahmen lassen sie sich verhindern. Auf bereits belastetem Boden, kann die Schwermetallaufnahme durch eine Anhebung des p-h Wertes durch eine Kalkdüngung vermindert werden.

Schwermetalle sind von Natur aus in allen Böden vorhanden. Die in den bodenbildenden Ausgangsgesteinen vorhandene Konzentration, die einzelnen Eigenschaften der verschiedenen Schwermetalle und die Entwicklungsgeschichte bestimmen die jeweiligen Gehalte der Schwermetalle. Nur durch zusätzlich anphropogen verursachten Schwermetalleintrag, kann man von einer wirklichen Belastung für den Boden sprechen.

Durch Schwermetalle belastete Böden, beeinträchtigen das Grundwasser, reichern sich in Nahrungsmitteln an oder dringen durch Flugstaub in unsere Lungen (ein weitere Grund warum besonders im industriellen Bereich verstärkt wert auf entsprechende Filteranlagen gelegt wird). Deshalb ist es von enorm wirtschaftlichen Interesse, die schwermetall- belasteten Böden zu sanieren. Wissenschaftler am Max-Planck Institut haben herausgefunden, dass durch molekulare Mechanismen, bestimmten Pflanzenarten ermöglicht werden kann, sich trotz Schwermetallbelastung zu entwickeln und diese sogar in großen Mengen dem Boden zu entziehen. Glücklicherweise, dass in Nordrhein-Westfalen der Boden nicht großfächig durch die Schwermetalle beeinträchtigt ist, sondern nur in naher Umgebung. Trotzdem hat nicht jede Region dieses Glück und es ist gut zu Wissen, dass sich die Forschung ständig mit diesem Thema auseinandersetzt.­


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KW 38 - Freitag, 22. September 2017
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