Wachstum bei Online Tierapotheken
Der Markt für Tierarzneimittel hat sich in der Vergangenheit als sehr wachstumsstark erwiesen. In den letzten zehn Jahren hatte er einen Umsatzzuwachs von deutlich über 50% zu verzeichnen.
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Aufgrund der früheren Gesetzeslage erfolgte der Verkauf der Tierarzneien meistens über die Tierärzte und Tierkliniken oder in geringerem Maße im Ladengeschäft der Apotheken. Für die Veterinäre bedeutet eine Tierarznei-Versanderlaubnis der Apotheken eine Schmälerung ihrer Marge.
Zurzeit werden über 90 % der Tierarzneimittel über Tierärzte und –Kliniken verkauft. Bei den hohen Wachstumsraten erstaunt es nicht, dass weitere Anbieter in den Markt drängen, und die Apotheken ihre Verkaufsmöglichkeiten durch den Tierarzneimittel-Versand ausweiten wollen; besonders da sie mit den Online-Apotheken für Menschen-Medizin so perfekte Umsatzerfahrungen gemacht haben.
Seit März dieses Jahres ist es Apotheken in Deutschland erlaubt, Versandhandel mit Tierarzneimitteln zu betreiben. Allerdings besteht die Einschränkung, dass sie nicht an Tieren angewendet werden dürfen, die der Lebensmittel-Gewinnung dienen. Das bedeutet: Arzneimittel für Pferde können nicht über den Versandhandel verkauft werden (weiterführender Artikel in der Deutschen Apotheker Zeitung). Damit bleibt den Tierapotheken vorerst ein sehr lukrativer Geschäftszweig verschlossen.
Bei den Pferdebesitzern handelt es sich um eine zahlungskräftige Klientel, und bei den Pferden um eine anfällige Tiergattung. Daher konzentriert sich der nunmehr erlaubte Versandhandel mit Tierarzneimitteln auf die Kleintierhaltung von Hunden und Katzen, Goldfischen, Ziervögeln, Reptilien und anderen Hausgenossen.
Die bestehenden Versandapotheken haben inzwischen zu den rezeptpflichtigen Medikamenten für Tiere, auch nicht verschreibungspflichtige Produkte in ihr Sortiment genommen, wie Mittel gegen Würmer, Flöhe und Zecken (z.B. Advantix) sowie andere Parasiten, sowie diverse Nahrungsergänzungsmittel. Das sind Produkte mit bekanntermaßen hohen Absatzchancen.
Wie bei den Online-Apotheken für Menschenmedizin punkten auch die Online-Apotheken für Tiermedizin bei dem nicht verschreibungspflichtigen Sortiment mit niedrigen Preisen. Sie liegen derzeit 20 – 35% unter den Hersteller-Preisempfehlungen. Da der Versand bundesweit erfolgt, lohnt sich auch eine bundesweite Reklame für die Tierapotheken, um diesen preiswerten Vertriebsweg neuen Kunden bekannt zu machen. D
a der Weg dazu erst seit März frei ist, kann durch Information weiterer Kundenzuwachs erwartet werden. Unterstützung durch die Produkthersteller ist noch eher zögerlich, da in Deutschland das Vertriebssystem über die Veterinärmediziner und -kliniken eine besonders starke Position hat. Trotzdem sind inzwischen alle wichtigen Marken im Tierarzneimittel-Versandhandel günstig zu bekommen. Viele andere Mittel werden von den Herstellern jedoch den Apotheken nicht geliefert Für die Zukunft sind daher Kooperationen von Apotheken mit Tierärzten und Tiermärkten (die auch noch Futter, Pflegemittel und Zubehör bieten) sinnvoll. So ist es vermutlich nur eine Frage der Zeit, wann nach britischem und holländischem Vorbild die ersten eigenständigen Online-Tierapotheken und –shops mit bundesweitem Versand entstehen.
